Wie geht es Dir?

Sonnenuntergang-Ammersee

„Es“ denkt sich am besten im Gehen. Wenn die Beine bewegt werden, dann bewegt sich auch der Geist. Denn der Weg existiert nicht nur materiell. Alles ist ein Weg: das Leben, der Lauf der Tages, das scheinbare Kommen und Gehen von Sonne, Mond und Sternen, die Zeitlichkeit und die Un-Zeitlichkeit. Auch unser Denken in seiner wohl nie ganz erklärbaren Vielfalt, Wirrnis oder Folgerichtigkeit ist ein Weg: Zumeist handelt es sich aber nur um ausgetretene und vorgegangene Trampelpfade. Auch die beliebte Frage „wie geht es Dir“ fragt nach Bewegung im Innen und Außen. Doch wirklich gemeint damit ist „was macht dein Sein?“ Was tut dein Körper, der ja der Tempel des Geistes und der Seele ist. Geht es ihm gut oder nicht?

In unserer täglichen Bewegung, sei es nun sportlich, geistig oder auch seelisch wählen wir oft die gleichen uns bekannten Wege. Und warum machen wir das? Ich habe dazu in einem Beitrag gelernt dass auch unser Geist möglichst effizient und wirtschaftlich arbeiten möchte. Das heißt die uns bekannten Wege gehen, bedarf weniger Energieaufwand für das gesamte System, auch wenn das Ergebnis nicht immer das Gewünschte ist. Doch die persönliche Energierechnung berücksichtigt den Groll und den Ärger über das verfehlte Ergebnis nicht. Was können wir tun um das Sein in uns zum Strahlen zu bringen. Welche neue Wege gehst Du?  Bedeutet es wirklich immer erhöhten Energieaufwand, die uns bekannten Wege zu verlassen und sich neue Ergebnisse zu wünschen? Ich denke hier anders. Ein erfüllendes Ergebnis, ein neues Erlebnis, dass ich mir innig gewünscht habe und für das ich brenne, gibt mir einen richtigen Energieschub. Ich fühle mich beflügelt und angetrieben und vergesse alle Anstrengungen, die ich vorher aufgewendet habe. Im Sport gibt es dazu ein schönes Wort: pain is temporary, glory lasts forever. Ich habe das selbst oftmals erleben dürfen. Während meiner Ironman-Karriere habe ich in der Vorbereitung und auch während des Wettkampfs immer wieder mit mir gekämpft und mich gefragt, warum tust du das? Und gleichzeitig war mit dem Überschreiten der Ziellinie der gesamte Schmerz und die ganze Anstrengung wie weggeblasen. Und nach einem ausführlichen Abendessen habe ich mich noch am selben Abend gefragt, wo und wann ich mich für den nächsten Wettkampf anmelden kann.

Es muss ja nicht gleich ein Ironman sein. Es reichen die kleinen täglichen Schritte, die mich zu meinem gewünschten Ziel bringen. Wichtig ist aus meiner Sicht ein klares Ziel. In meinem Fall hieß es die Ziellinie laufend zu überqueren und den Jubel der Menge zu genießen. Wie lautet Dein Ziel? Wie genau kannst Du es heute schon beschreiben?

Ich freue mich über Deine Rückmeldungen. Schreibe mir welche Ziele Du definiert hast und was Dein nächster kleiner Schritt in die richtige Richtung für Dich ist.

Bildnachweis: Christoph Wenter

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